Detaillierte Beitrags-Information

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Beitragstitel Die Macht der Hormone - Der Einfluss hormoneller Veränderungen auf die psychische Gesundheit der Frau
Autoren
  1. Stefanie Christin Steininger St.Gallische Psychiatrie-Dienste Süd Vortragender
Präsentationsform Poster
Themengebiete
  • B4 Biologisch/physiologisch basierte Therapieansätze
Abstract In den vergangenen Jahren eröffneten uns die Erkenntnisse der Neuroendokrinologie sowie der funktionellen Bildgebung Einblicke in die neurobiologischen Unterschiede, sowie demzufolge auch der psychischen Gesundheit zwischen Mann und Frau. Allerdings wurde diesen Unterschieden, besonders auch den kortikalen Unterschieden lange Zeit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, hormonelle Schwankungen oder Ereignisse wie Menarche, Schwangerschaft und Geburt wurden als "Störfaktoren" in der Forschung gesehen.
Der weibliche Körper ist über die gesamte Lebensspanne durch die Menarche, Schwangerschaft, Geburt sowie Menopause grossen hormonellen sowie neuroendokrinologischen Veränderungen unterworfen, welche einen direkten Einfluss auf Kognition, Aufmerksamkeit und Gedächtnis sowie psychischen Störungen wie Angsterkrankungen, Depression sowie Demenz haben.
Die Maturation des weiblichen Gehirns ist von der Ausschüttung neuroendokrinologischer Transmitter, i.e. Östrogen und Gestagen (oder in aktiver Form Allopreganolol) abhängig. Störungen oder eine Einflussnahme durch z.B. hormonelle Kontrazeptiva besonders während der Adoleszenz hat einen direkten Einfluss auf die Entwicklung von Depressionen oder Angsterkrankungen. Zugleich wurde die Möglichkeit eines erhöhten Demenzrisiko durch die Veränderung der Maturation postuliert.
Bei der PMDD (Premenstrual dysphoric disorder) sowie Angsterkrankungen, aber auch der Emotional instabilen Persönlichkeitsstörung konnten hinsichtlich Beginn und Verlauf ein direkter Zusammenhang mit dem weiblichen Reproduktionszyklus gezeigt werden.
Ähnlich beeinflussen Schwangerschaft und Geburt die psychische Gesundheit der Frau. Neben der bereits lange bekannten peripartalen bzw. postpartalen Depression zeigte sich in den letzten Jahren, dass die im Volksmund sogenannte "Schwangerschaftsdemenz" sich auch morphologisch in einem hormonbasierten zerebralen Umbau, besonders der parahippokampalen Region zeigte.
Der menopausale Abfall von Neurosteroiden steht erneut im direkten Zusammenhang mit psychischen Veränderungen sowie auch eine Verschlechterung mnestischer Funktionen, dementsprechend auch im Zusammenhang mit der erhöhten Demenzrate von Frauen.
Dieser Artikel zeigt die Zusammenhänge der weiblichen (Neuro-) Biologie mit psychischen Veränderungen von der Menarche bis zur Menopause und postuliert die Notwendigkeit einer vermehrt genderspezifischen Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen.
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