Detaillierte Beitrags-Information

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Beitragstitel Therapeutische Effekte von Infra-Low-Frequency (ILF-) Neurofeedback-Training bei Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S
Autoren
  1. Horst Schneider BEE Medic GmbH Vortragender
  2. Bernhard Wandernoth BEE Medic GmbH
  3. Adam Alfred Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Präsentationsform Poster
Themengebiete
  • B6 IT und digitale Medien in der Therapie
Abstract Die vorliegende Studie untersucht die Frage, ob Infra-Low-Frequenz (ILF) Neurofeedback eine wirksame Therapie für Kinder und Jugendliche mit AD(H)S-Störungen ist. Zum anderen soll geklärt werden, ob ILF-Neurofeedback als Therapieform vollständig in den Alltag einer typischen psychiatrischen Praxis für Kinder und Jugendliche integriert werden kann.
Das angewendete Behandlungsprotokoll des ILF-Neurofeedbacks erfasst im Vollband-EEG sowohl die langsamen kortikalen Potenziale im tiefen Frequenzbereich ( < 0.1 Hz) sowie steile Amplituden-Anstiege im gesamten Frequenzbandspektrum (0-40 Hz) und verarbeitet all dieses nahezu in Echtzeit in audio-visuelle Rückkopplungssignale für den Patienten.
Insgesamt nahmen 251 Patienten im Kindes- und Jugendalter mit klinisch validierter Diagnose einer AD(H)-Störung an der Datenerhebung teil und erhielten eine Therapie in Form von 30 ILF-Neurofeedback-Behandlungen, im ungefähren Turnus von zwei wöchentlichen Sitzungen.
Zur Erfassung klinisch relevanter Parameter der Aufmerksamkeit und Impulskontrolle, nämlich der mittleren Reaktionszeit (RT), Variabilität der RT (VAR), Auslassungsfehler (OM) sowie Kommissionsfehler (CO), wurde vor Beginn (T0) und nach Beendigung der ILF-NFB-Behandlung (T1) von jedem Teilnehmer ein 21-minütiger kontinuierlicher GO/NOGO-Leistungstest (CPT) absolviert sowie eine Symptomanalyse durchgeführt.
Nach 30 Sitzungen ILF-Neurofeedback konnte bei den Parametern der Aufmerksamkeit eine Verringerung der RT um 21ms gemessen werden: von 457ms (SD= 88ms) an T0 auf 436ms (SD= 85ms) an T1. Parallel verbesserte sich auch die VAR um 18ms: von 122ms (SD= 30ms) an T0 auf 104ms (SD= 30ms) an T1.
Von den Test-Parametern der Impulskontrolle verringerte sich OM von durchschnittlich 9,6 Fehlern (SD= 15.1) an T0 auf 5,0 Fehler (SD= 9.3) an T1, während sich CO von durchschnittlich 19,1 Fehlern (SD= 17.3) an T0 auf 9,0 Fehler (SD= 9.0) an T1 verbesserte.
Die Resultate der Leistungstestung widerspiegeln sich auch in einer statistisch signifikanten Verringerung der typischen ADHS-spezifischen Symptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität, nach der Intervention mit ILF-Neurofeedback. Entsprechend wurde diese Therapieform von den Patienten sehr gut angenommen.
Diese positiven Ergebnisse zeigen, dass ILF-Neurofeedback als eine effektive Methode zur Behandlung von AD(H)S darstellt und gut in den Alltag einer typischen psychiatrischen Praxis integriert werden kann.